Der Prozess der Ideenfindung

Ideen beleben die Kommunikation und spenden Energie. Ohne sie bleiben Kampagnen, Aktionen und Maßnahmen anämisch und blass. Deshalb ist die Ideenfindung ein entscheidender Schritt in der Konzeptentwicklung.

An dieser Stelle kommt der Kreative ins konzeptionelle Spiel. So lange ich in der Kommunikationsbranche aktiv bin, gilt der Kreative als Traumberuf. Viele fühlen sich berufen und sind später oft enttäuscht. In TV-Serien sieht man Kreative am späten Vormittag in der Agentur einlaufen, entspannt die Füsse auf den Tisch legen – und dann fallen sie vom Himmel, die Ideen.

Aber so läuft das nicht. Kreative sind keine freien Künstler und keine Genies, sondern in der Regel hart arbeitende „Ideendienstleister“.

Als Dienstleister muss man damit leben können, dass die eigenen Ideen nicht in Stein gemeißelt, sondern eher auf Sand gebaut sind. Man muss lernen, sich an die Strategie zu halten und Ideen entlang einer konzeptionellen Linie zu finden.

Es braucht verdammt lang, bis sich die richtige Idee herauskristallisiert. Oft ist die eigene Idee nur der Ausgangspunkt für einen längeren Prozess. In der Idee steckt ein wahrer Kern, aber man muss sie geduldig variieren, modifizieren und kontrapunktieren bis sie wirklich reif ist. Dabei sollte man als Kreativer bereit sein, mit dem gesamten Projektteam gemeinsam an der Idee zu arbeiten. Einsame Wölfe haben in der Branche nur in wenigen Biotopen ausreichende Überlebenschancen.

Und wie ist das mit der alten Volksweisheit, dass die erste Idee immer die Beste ist? Die ist in etwa so wahr wie die Erkenntnis, dass die Liebe durch den Magen geht.

2014-08-20T20:38:36+00:00